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Ausrotten der Wildschweine in Deutschland?

Ausrotten der Wildschweine in Deutschland 

Freitag früh 8:30 Uhr auf einer Raststätte irgendwo in Bayern. An der Toilettentür hängt ein großes Schild das vor der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest warnt und Reisende darauf hinweist Speisereste nur in die dafür vorgesehenen Mülltonnen zu werfen. Es ist das erste Mal, dass ich von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) lese. Kurz darauf ein Radiobeitrag, dass 70%-100% aller in Deutschland lebenden Wildschweine geschossen werden sollen. Unbegründete Pankmache oder bitterer Ernst? Was passiert hier mit unseren Schwarzwildfreunden? Lies mehr über die Hintergründe und bilde dir deine eigene Meinung. 
 

Die Afrikanischen Schweinepest 

Seit 1. Januar 2018 wurden laut Friedrich Loeffler Institut 277 neu infizierte Wildschweine und 8 neu infizierte Hausschweine gemeldet. Alle Fälle wurden in Osteuropa entdeckt. Die WIssenschaftler sind sich einig. Die Afrikanische Wildschweinpest wird nach Deutschland kommen. Die Frage ist nur, wann. Diese Angst treibt den Deutschen Bauernverbund und Tierärzte zu erschreckenden Maßnahmen. Sie fordern das Reduzieren der Wildschwein-Bestände bzw. Einige sogar das Ausrotten von Schwarzwild in Deutschland. 

Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest:

 

Quelle: Friedrich Loeffler Institut 

Was und wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest? 

  • Erreger: Afrikanisches Schweinepest-Virus 

  • Befällt: ausschließlich Haus- und Wildschweine, ungefährlich für Mensch und andere Tiere 

  • Symptome: Hohes Fieber, Hautrötungen, Erbrechen, Durchfall, Augenausfluss, unkoordinierte Bewegungen, plötzlicher Tod 

  • Übertragung: Direkter Kontakt zwischen kranken und gesunden Tieren. Indirekt über die Fütterung von Abfällen mit infiziertem Schweinefleisch oder über Lederzecken, die von infizierten Tieren oder von anderen Infektionsträgern auf das Tier übergehen. 

  • Virusquellen: Blut, Gewebe, Sekrete und Exkrete von kranken oder toten Tieren, infizierte Lederzecken, ASP bleibt in Schweinekot für 6 bis 10 Tage, in Schweinefleischprodukten über einige Monate und in gefrorenem Fleisch über Jahre. 

  • Verlauf: Dauer von Infektionszeitpunkt bis zum Ausbruch der Krankheit sind 3 bis15 Tage. Im Falle einer akuten Verlaufsform 3 bis 4 Tage. 

  • Bekämpfung: Es gibt keine Therapie. Aus diesem Grund sind Maßnahmen der Biosicherheit nötig. Diese umfassen die Vermeidung der Fütterung von Küchenabfällen, fest zugeordnete Kleidung, Quarantänezeiten für neue Tiere sowie die räumliche Trennung von unterschiedlichen Tiergruppen. 

Quelle: SpiegelOnline

Der Mensch als Überträger 

Wie bei vielen neuen Krankheiten und Seuchen ist der Mensch und die Globalisierung Ursache bzw. Verbreiter. Auch bei der Afrikanischen Schweinepest gilt der Mensch als hauptsächlicher Überträger. Speisereste, Kontaminierungen an Fahrzeugen und unhygienische Tiertransporte von Osten sorgen dafür, dass das Virus langsam nach Deutschland vorrückt.  

Der Schweinevirus und seine wirtschaftlichen Folgen 

Der deutsche Bauernverband nennt als Hauptrisiko die mindestens 1 Millionen Wildschweine in Deutschland. Wenn auch nur ein infiziertes Wildschwein oder Hausschwein in Deutschland auftritt, so bedeutet das eine Handelssperre für das ganze Land in Länder außerhalb der EU. Deutschland ist europaweit Exportmeister von Schweinefleisch. Das würde einen wirtschaftlichen Schaden i.H.v. 2-3 Milliarden Euro pro Jahr bedeutet. 

Die Folgen für unser Schwarzwild 

In ganz Deutschland wurden nun die Abschussgrenzen für Wildschweine hochgesetzt. In einigen Bundesländern wird sogar eine Prämie pro abgeschossenem Wildschwein gezahlt. Mit dieser Prämie kann der Jäger mindestens die notwendigen hygienischen Untersuchungen des Tieres bezahlen. Einige Jäger in Deutschland sind von der Situation überfordert und fordern Untertsützung vom deutschen Militär. Wilde Hetzjagd auf Wildschweine? Ist das die Lösung? 

Jäger und Tierschützer bleiben skeptisch 

Zwar unterstützen Politiker das massenhafte Abschießen von Wildschweinen. Jäger und Tierschützer bleiben skeptisch. In Wildschwein Rudeln herrscht eine strenge Ordnung. Wenn in der Rotte die ältere Bache (Weibchen) fehle, die üblicherweise als einzige den Nachwuchs austrage, würden nun schon die kaum geschlechtsreifen Weibchen begattet. Auch sprechen ethische Gründe gegen das fast vollständige Ausrotten der Wildschweine in Deutschland. Wildschweine sind nützliche Tiere. Sie sind Allesfresser und graben die Waldböden um bzw. belüften sie.  

Kleine Schritte als Vorbeugemaßnahmen 

Was uns bleibt ist anscheinend nur das Beachten der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen (siehe Plakathinweis am Beginn dieses Textes). Oder können wir mehr tun? Wie wäre es wenn du statt Industriefleisch mehr Wildfleisch kaufst? Regional statt Massenware. Der bayrische Jägerpräsident Vocke empfiehlt Bauern ihre Maisfelder (die durch den Biogasboom massenhaft in Deutschland zu finden und ein beliebter Lebens- bzw. Nahrungsraum für Schwarzwild sind) nicht direkt bis zum Waldrand bzw. Vorbeiführende Straßen zu legen. Er empfiehlt zwar auch ein Begrenzen der Wildschwein-Population, aber in gesundem Maße.  

Was denkt ihr darüber? 

Was ich aber mit meinem Beitrag bezwecken möchte ist ein Aufrütteln bzw. Aufklären. Interessiert euch für die Themen die vor eurer Haustür passieren und fragt nach Gründen und Lösungswegen. Heute tagten unsere Landwirtschaftsminister zu einer Sonder-Agrarministerkonferenz, bei der sie auf über die Schweinepest sprechen wollten. Wir sind gespannt wie es in diesem Thema weitergeht. Schreibt uns auf unserer Facebook-Seit eure Meinung. Wir freuen uns über eure Ideen und Gedanken! 

Weiterführende Artikel:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/afrikanische-schweinepest-letzter-ausweg-massentoetung-a-1188396.html 

http://www.deutschlandfunk.de/afrikanische-schweinepest-droht-ein-vernichtungsfeldzug.697.de.html?dram:article_id=401915 

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